Manchmal sitze ich hier und merke, wie viele Gedanken gleichzeitig durch meinen Kopf gehen. Sie kommen nicht leise. Sie kommen wie Wellen. Eine nach der anderen. Gedanken über diese Welt, über das, was gerade geschieht, über Menschen, über Angst – und darüber, wie unterschiedlich Realität sein kann, je nachdem, wo man lebt.
Ich denke viel darüber nach, wie sehr unsere westliche Welt von Sicherheit umgeben ist. Besonders hier in Europa, in Deutschland, aber auch in den USA oder Kanada. Wir leben in Gesellschaften, die unglaublich viele Systeme aufgebaut haben, um uns abzusichern. Krankenversicherungen, Sozialleistungen, Rentensysteme, staatliche Unterstützung, rechtliche Strukturen, Institutionen, Organisationen – für fast jede Lebenslage gibt es eine Form der Absicherung. Wenn etwas schiefgeht, gibt es meist ein Netz, das uns auffängt. Ein Netz von Menschen gebaut.
Auf den ersten Blick wirkt das wie ein großer Fortschritt der Menschheit. Und in vieler Hinsicht ist es das auch. Doch gleichzeitig frage ich mich immer wieder, ob genau diese Sicherheit etwas in uns verändert hat. Vielleicht sogar etwas, das für unser inneres Leben entscheidend ist.
Denn wenn fast alles abgesichert ist, wenn für jede Krise ein System existiert, wenn der Staat, der Arbeitgeber oder eine Versicherung im Hintergrund steht, dann verlieren wir leicht etwas, das früher für Menschen selbstverständlich war: das tiefe Wissen, dass wir letztlich nicht alles kontrollieren. Wir verlieren die Erfahrung, wirklich auf Gott angewiesen zu sein. Denn dieses Netz, was uns hält, wenn es diese Sicherheiten gibt, sind Gottes Hände in die wir fallen. Tiefer als in seine Obhut können wir nicht fallen.
Im Westen leben viele Menschen, als wäre Sicherheit ein Grundzustand des Lebens. Wohnung, Einkommen, medizinische Versorgung, staatliche Hilfe – vieles scheint stabil. Selbst Menschen, die in schwierigen Situationen leben, haben oft noch irgendeine Form von Unterstützung. Natürlich gibt es auch hier Armut und Not, und man darf das nicht kleinreden. Doch im globalen Vergleich leben wir in einem enorm abgesicherten Teil der Welt. Niemand plant hier bewusst, auf der Straße zu landen. Und selbst wenn Menschen dort leben, gibt es oft Einrichtungen, Hilfsprogramme oder staatliche Unterstützung. Ein Netz aus Organisationen, Behörden und sozialen Strukturen versucht, das Schlimmste zu verhindern.
Doch wenn man einmal längere Zeit außerhalb dieser Systeme lebt, verändert sich der Blick auf diese Realität. In vielen Ländern dieser Welt sieht das Leben ganz anders aus. In Ecuador, aber auch in vielen anderen Regionen Lateinamerikas, Afrikas oder Asiens, gibt es keine umfassenden Sicherheitsnetze. Wenn eine Familie ihr Einkommen verliert, wenn ein Vater krank wird, wenn eine Mutter allein mit Kindern bleibt – dann gibt es oft keinen Staat, der alles auffängt.
Dort sieht man Dinge, die im Westen kaum noch sichtbar sind. Kinder, die auf der Straße leben und vielen Gefahren ausgesetzt sind. Frauen, die versuchen, mit kleinen Verkäufen am Straßenrand oder mit Betteln ihre Familien zu ernähren. Menschen, die jeden Tag neu überlegen müssen, wie sie Essen auf den Tisch bringen. Dort ist das Leben unmittelbarer. Roh. Ungefiltert. In dieser Realität bleibt vielen Menschen nur eine Form von Halt: ihr Vertrauen in Gott.
Das klingt für westliche Ohren manchmal abstrakt oder religiös. Doch wenn man einmal erlebt hat, wie Menschen unter solchen Umständen leben, versteht man, dass dieses Vertrauen nicht aus Theorie entsteht. Es entsteht aus Notwendigkeit.
Wenn es keine Systeme gibt, auf die man sich verlassen kann, dann bleibt nur noch die Hoffnung, dass Gott einen durch den nächsten Tag trägt. Und genau dort, in Ecuador, auf den Straßen, selbst ums Überleben kämpfend, habe ich verstanden, was echtes Gottvertrauen bedeutet.
Ein Vertrauen, das entsteht, wenn man nicht mehr alles selbst absichern kann. Wenn das Leben nicht mehr planbar ist. Wenn Zukunft nicht durch Verträge und Systeme garantiert wird.
Dann stellt sich eine andere Frage: Worauf vertraue ich wirklich?
Diese Erfahrung hat meinen Blick auf die westliche Welt verändert. Nicht, weil Sicherheit grundsätzlich etwas Schlechtes wäre. Sicherheit kann ein Segen sein. Sie kann Menschen schützen, Stabilität schaffen, Leid verhindern.
Doch sie kann auch eine Illusion erzeugen – die Illusion, dass wir alles selbst in der Hand haben. Dass unser Leben letztlich von Systemen getragen wird. Aber das stimmt nicht.
Am Ende bleibt das Leben immer zerbrechlich. Eine Krankheit, ein Unfall, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, eine Krise – und plötzlich zeigt sich, wie wenig wir tatsächlich kontrollieren.
Vielleicht liegt genau darin eine der großen Herausforderungen unserer Zeit: dass Menschen, die materiell so viel haben wie nie zuvor, innerlich oft orientierungslos und vollkommen leer sind. Wir leben, als wären wir sicher – und gleichzeitig sind viele Herzen voller Angst.
Doch echtes Vertrauen entsteht nicht aus Kontrolle. Es entsteht aus Beziehung. Aus der Beziehung zu Gott. Manchmal frage ich mich, ob genau deshalb viele Menschen im Westen innerlich so müde geworden sind. Weil sie gelernt haben, auf Systeme zu vertrauen – aber nicht mehr darauf, dass Gott ihr Leben trägt. Denn das christliche Leben ist einer eintönigen Routine gewichen, die man kaum noch Beziehung nennen kann. Vielleicht müssen wir gar nicht erst alles verlieren, um das wieder zu lernen. Vielleicht beginnt es einfach mit einer ehrlichen Frage im Herzen:
(Matthäus 5:14)

In Ecuador gab es Momente, die man schwer erklären kann, solange man sie nicht selbst erlebt hat. Momente, in denen das Leben nicht mehr planbar war. Tage, an denen wir nicht sicher wussten, ob das Geld für Essen reichen würde. Wochen, in denen die Frage im Raum stand, wie wir die nächste Miete bezahlen sollen. Situationen, in denen alles, was im Westen als selbstverständlich gilt, plötzlich nicht mehr selbstverständlich war.
Es waren Zeiten, in denen Sicherheit kein festes Fundament mehr war, sondern etwas, das jeden Monat neu erkämpft werden musste. Kein stabiles Netz aus Versicherungen, Behörden und Systemen im Hintergrund. Keine Gewissheit, dass jemand einspringt, wenn etwas schiefgeht. Nur das Leben selbst – roh, ehrlich und manchmal erschreckend ungewiss.
Und doch geschah immer wieder etwas, das ich bis heute nicht vergessen habe.
Nicht auf spektakuläre Weise. Nicht so, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Es kam selten früh. Es kam selten bequem. Oft kam es erst im letzten Moment bzw. genau zum richtigen Zeitpunkt, genau dann, wenn wir selbst keine Lösung mehr sahen.
Doch genau dann geschah es. Gott hat uns versorgt. Lebensmittel, die wir geschenkt bekamen. Holunderbeeren, die wir fanden, zu Saft verarbeiteten und die wir genau zum richtigen Zeitpunkt fanden, als die Kinder krank waren. Ein Mann, der plötzlich mit seinem Wagen anhielt und uns 5 Dollar in die Hand drückte. Freunde, die mit der Miete aushalfen. Selbst gemachte Handarbeiten, die wir verkauften, eine komplette Mahlzeit mit Hühnchen, als ich so eine unbeschreibliche Lust auf Hühnchen hatte. So viele kleine Dinge, die in diesen Momenten plötzlich eine enorm große Bedeutung bekamen. Denn hier erkannte ich, dass Gott genau weiß, was wir brauchten und Er uns nie um Stich gelassen hatte. Es war nie Überfluss. Aber es war immer das, was wir gerade brauchten.
Und wenn man solche Zeiten erlebt, verändert sich etwas im Inneren. Der Glaube wird anders. Er wird leiser, aber gleichzeitig tiefer. Weniger theoretisch und viel realer. Denn Gott ist dann nicht mehr nur eine Idee, über die man spricht. Er ist nicht mehr nur Teil einer religiösen Sprache oder einer Tradition. Er wird zu einer lebendigen Realität.
In solchen Momenten bekommen auch die Worte Jesu ein ganz anderes Gewicht. Worte, die viele Menschen schon oft gelesen haben, die aber erst in der echten Unsicherheit ihre ganze Tiefe entfalten.
„Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken sollt;
auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt.“
(Matthäus 6:25)
Wenn man diese Worte aus einer sicheren Wohnung liest, mit vollem Kühlschrank, mit einem festen Einkommen, in einem Land, in dem Frieden herrscht, wirken sie manchmal fast abstrakt. Fast wie eine schöne geistliche Idee. Doch wenn du in einer Situation bist, in der du wirklich nicht weißt, wie der nächste Monat aussehen wird, dann hören sich diese Worte ganz anders an. Dann sind sie keine Theorie mehr. Und statt Angst, lebt man den Glauben wirklich tief.
Diese Worte versteht man erst wirklich, wenn man nichts mehr hat, worauf man sich sonst verlassen kann. Wenn die eigenen Sicherheiten brüchig werden. Wenn Pläne nicht mehr funktionieren. Wenn Kontrolle sich als Illusion entpuppt. Dann beginnt man zu begreifen, was Vertrauen wirklich bedeutet.
Sondern weil man erkennt, dass Gott auch dort trägt, wo menschliche Sicherheit endet. Und vielleicht liegt genau darin eine Wahrheit, die unsere moderne Welt fast vergessen hat:
Dass Gott oft am deutlichsten sichtbar wird, wenn unsere eigenen Sicherheiten verschwinden.
(Matthäus 6:33)

Es klingt zunächst widersprüchlich. Vielleicht sogar provokant. Und doch drängt sich mir dieser Gedanke immer wieder auf: Der Westen ist materiell reich geworden – aber geistlich oft erstaunlich arm.
Wir leben in Gesellschaften, in denen vieles im Überfluss vorhanden ist. Wohnungen sind ausgestattet, Supermärkte sind voll, medizinische Versorgung ist verfügbar, und selbst alltägliche Dinge, die früher Luxus waren, gelten heute als selbstverständlich. Wenn man ehrlich ist, leben viele Menschen hier tatsächlich wie die sprichwörtlichen Maden im Speck. Alles ist da, wir sind reichlich beschenkt. Und doch fehlt etwas. Etwas, das man nicht kaufen kann und das auch kein System ersetzen kann.
Viele Menschen wirken äußerlich stabil, doch innerlich sind sie von Angst geprägt. Nicht unbedingt von der Angst zu verhungern oder auf der Straße zu leben – sondern von einer anderen Art der Unsicherheit.
Diese Angst wirkt leise, aber sie prägt viele Entscheidungen. Menschen passen sich an, funktionieren, ordnen sich Systemen unter – oft nicht aus Überzeugung, sondern aus Sorge, etwas zu verlieren. Und genau hier liegt ein tiefer Widerspruch. Denn die Dinge, die uns Sicherheit geben sollen, können gleichzeitig zu einem Käfig werden.
Wenn unser Vertrauen vollständig auf Systeme, Einkommen, Strukturen und Besitz gebaut ist, dann wird der Glaube automatisch schwächer. Nicht unbedingt bewusst, aber schleichend. Denn wo der Mensch glaubt, selbst abgesichert zu sein, dort scheint Gott oft weniger notwendig.
Die Bibel spricht sehr klar über diese Dynamik.
„Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel alles Bösen.“
(1. Timotheus 6:10)
Dieser Vers wird häufig missverstanden. Die Bibel sagt nicht, dass Geld an sich böse ist. Geld ist zunächst nur ein Mittel. Doch wenn Geld zum Zentrum der Sicherheit wird, kann es das Herz gefangen nehmen. Die Bibel nennt dieses Prinzip Mammon. Mammon verspricht Stabilität, Kontrolle und Sicherheit. Doch gleichzeitig bindet er das Herz an Dinge, die letztlich vergänglich sind. Und genau das prägt einen großen Teil der westlichen Welt: Ein ständiger Versuch, Sicherheit durch Besitz, Karriere, Systeme und Planung zu schaffen. Doch echte innere Ruhe entsteht so selten.
Seit mehr als acht Monaten sind wir nun wieder in Deutschland. Eine Zeit, die für mich persönlich nicht leicht war.
Ich habe in diesen Monaten etwas gespürt, das schwer in Worte zu fassen ist. Besonders hier im Norden hatte ich oft das Gefühl, als würde eine schwere, dunkle Wolkenschicht über allem liegen. Nicht nur äußerlich – obwohl das Wetter hier tatsächlich oft grau und neblig ist – sondern auch innerlich. Es fühlte sich manchmal an wie dichter Nebel. Ein Nebel, der nicht nur die Landschaft, sondern auch die Atmosphäre durchzieht.
Ich glaube nicht, dass das ausschließlich mit Klima oder Jahreszeit zu tun hat. Vielmehr spüre ich häufig eine geistige Schwere, die sich schwer erklären lässt, die absolut real war. Eine Mischung aus Angst, Druck, Materialismus und Zwang gegenüber dem System.
Ein ständiges Funktionieren.
Ein Leben, das stark von Leistung, Erwartungen und Kontrolle geprägt ist.
Und manchmal scheint darunter noch etwas anderes zu liegen – Einflüsse, die nicht nur materiell sind, sondern auch geistlich.
Die Bibel beschreibt diese Realität sehr deutlich:
„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis.“
(Epheser 6:12)
Dieser Vers erinnert daran, dass das Leben nicht nur aus dem besteht, was wir sehen. Es gibt auch eine geistliche Dimension der Welt. Eine Realität, in der Kräfte wirken, die Menschen prägen, Gesellschaften beeinflussen und Herzen binden können. Manchmal kann man diese Atmosphäre spüren, auch wenn man sie nicht genau erklären kann. Und gerade in dieser Zeit habe ich gemerkt, wie sehr mein Herz sich wieder nach Bewegung sehnt.
(Epheser 6:11)

Seit Monaten spüre ich etwas, das ich kaum noch überhören kann. Es ist kein lauter Ruf von außen, keine dramatische Stimme oder ein plötzliches Ereignis. Es ist eher eine tiefe Bewegung im Inneren. Ein Drängen, das immer wieder zurückkehrt, egal wie sehr man versucht, es für einen Moment zur Seite zu schieben. Es ist der Ruf, weiterzugehen.
Dieser Ruf entsteht nicht aus Unruhe oder aus dem Wunsch nach Veränderung um jeden Preis. Er kommt aus einer inneren Gewissheit. Aus dem Gefühl, dass das Leben nicht dafür gedacht ist, stillzustehen. Dass Gott jeden Menschen mit bestimmten Gaben geschaffen hat – mit Kraft, mit Sehnsucht und mit einem Auftrag, der sich im Laufe des Lebens entfalten darf. Immer wieder kommt mir dabei ein Gedanke: Ich glaube nicht, dass Gott mir starke Beine gegeben hat, damit ich mein Leben im Sitzen verbringe.
Ich glaube, er hat mich geschaffen, um zu gehen. Um mich auf den Weg zu machen, um Orte zu entdecken, die noch darauf warten, gefunden zu werden. Dabei geht es nicht nur um geografische Orte irgendwo auf der Welt. Viel mehr geht es um Orte im Leben von Menschen.
In meinem Herzen sehe ich immer wieder Bilder von solchen Orten. Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen dürfen, weil sie endlich aus dem ständigen Druck des Funktionierens heraustreten können. Orte, an denen Frauen lernen dürfen, wieder aufzustehen, nachdem sie oft genug gefallen sind.
Frauen, die beginnen, ihr Leben neu zu ordnen. Frauen, die alte Wunden heilen lassen und entdecken, dass ihre Geschichte noch lange nicht zu Ende ist. Genau aus dieser Sehnsucht heraus ist eine Vision entstanden, die mich seit einiger Zeit begleitet. In Ecuador entsteht die erste Eco Aldea Alou Miya.
Ein Ort, der mehr sein soll als nur ein Projekt. Mehr als ein Stück Land. Mehr als ein paar Gebäude.
Wenn ich daran denke, spüre ich eine tiefe Freude in mir. Gleichzeitig ist da aber auch eine Spannung. Denn dieser Gedanke brennt so stark in meinem Herzen, dass es manchmal schwer fällt, geduldig zu bleiben. Manchmal würde ich am liebsten sofort aufbrechen. Dennoch versucht der Feind mit aller Macht, sich dieser Vsion entgegenzustellen, denn die Bequemlichkeit, die sich hier in Deutschland, in meinem Leben ausbreitet, ist verführerisch. Aber mein Ruf ist so viel stärker als jede Verführung, die der Feind mir in den Weg legt. Wenn ich auch fallen mag, ich stehe wieder auf und folge meinem Retter, auf dem Weg, den Er für mich bereitet hat.
Allerdings spüre ich gleichzeitig noch sehr klar: Manche Dinge müssen zuerst vorbereitet werden. Wege müssen entstehen. Türen müssen sich öffnen. Gottes Zeitplan folgt oft einer anderen Ordnung als unserem eigenen Wunsch nach Geschwindigkeit.
Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen erschöpft sind. Nicht nur körperlich, sondern vor allem innerlich. Das Leben vieler Menschen ist geprägt von Druck, Erwartungen und einem ständigen Funktionieren. Viele tragen Lasten, über die kaum gesprochen wird. Emotionale Verletzungen, Enttäuschungen, ungelöste Konflikte oder einfach das Gefühl, den eigenen Platz im Leben verloren zu haben. Gerade viele Frauen sind müde geworden.
Doch gleichzeitig glaube ich, dass Gott gerade in solchen Zeiten Menschen ruft, die wieder aufstehen. Frauen, die ihr Herz neu ausrichten. Frauen, die Wahrheit wieder ernst nehmen und den Mut finden, Licht in eine Welt zu tragen, die oft von Unsicherheit geprägt ist. Die Bibel erinnert uns daran, dass unser Leben nicht nur aus sichtbaren Umständen besteht, sondern auch eine geistliche Dimension hat. Und dies gebietet uns, wachsam zu bleiben, jeden Tag. Wir dürfen uns nicht von der Welt einschüchtern lassen, sondern Gott folgen. Wir sind nicht berufen uns zu verstecken, sondern unsere Waffenrüstung anzuziehen, die Dunkelheit dieser Welt nciht zu fürchten und Gott zu folgen
Denn wir sind das Licht und das Salz der Welt. Licht hat eine besondere Kraft. Es muss nicht kämpfen, um Dunkelheit zu vertreiben. Es genügt, dass es da ist. Sobald Licht erscheint, verliert Dunkelheit ihre Macht. Salz wiederum bewahrt und gibt Geschmack. Es verhindert, dass etwas verdirbt. Diese Bilder zeigen: Jeder Mensch hat einen Platz. Jeder Mensch hat einen Bereich, in dem sein Leben Wirkung entfalten kann.
Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen müde geworden sind. Müde nicht nur körperlich, sondern vor allem innerlich. Müde vom ständigen Funktionieren, vom Druck, vom Tempo dieser Welt. Viele tragen eine Last, über die kaum gesprochen wird. Erwartungen, die sie erfüllen sollen. Rollen, in die sie hineingewachsen sind. Verletzungen, die nie wirklich heilen durften. Und irgendwo zwischen all dem verlieren viele Frauen langsam das Gefühl dafür, wer sie eigentlich einmal waren.
Es ist eine stille Müdigkeit, die sich nicht immer sofort zeigt. Nach außen läuft das Leben weiter: Arbeit, Familie, Verpflichtungen, Termine. Doch im Inneren wächst manchmal ein Gefühl von Leere. Als würde etwas fehlen, das einmal da war. Eine Klarheit. Eine Kraft. Eine Verbindung zu Gott, die früher lebendiger war. Doch gerade in solchen Zeiten beginnt Gott oft, Menschen neu zu rufen. Nicht die Lauten. Nicht die Perfekten. Sondern diejenigen, die trotz ihrer Müdigkeit noch eine Sehnsucht im Herzen tragen. Eine Sehnsucht nach Wahrheit. Nach Echtheit. Nach einem Leben, das nicht nur von außen funktioniert, sondern von innen heraus getragen wird.
Die Bibel beschreibt sehr deutlich, dass das Leben mit Gott auch ein geistlicher Kampf ist. Nicht ein Kampf gegen Menschen, sondern ein Ringen um Wahrheit, um Klarheit und um Freiheit. Deshalb schreibt Paulus:
„Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.“
(Epheser 6:11)
Diese Worte sind kein Aufruf zu Angst. Sie sind ein Aufruf zur Wachsamkeit. Sie erinnern uns daran, dass wir nicht dafür geschaffen wurden, uns klein zu machen oder uns dauerhaft zurückzuziehen. Gott hat uns nicht erschaffen, damit wir in innerer Gefangenschaft leben. Er hat uns berufen, aufzustehen. Nicht aus Stolz, sondern aus Wahrheit.
Vielleicht spürst du diesen Ruf auch in deinem Herzen. Vielleicht merkst du schon länger, dass Gott etwas in dir bewegt. Einen Gedanken, eine Vision, eine Sehnsucht, die sich nicht einfach abschalten lässt. Vielleicht hast du versucht, sie zu ignorieren, weil sie zu groß wirkt oder weil du nicht weißt, wie der Weg aussehen soll.
Doch Gottes Ruf kommt selten mit einer vollständigen Landkarte. Oft beginnt er mit einem einfachen ersten Schritt.
Viele Menschen warten darauf, dass sie sich irgendwann vollkommen bereit fühlen. Dass alle Zweifel verschwinden. Dass sie stark genug, geordnet genug oder geheilt genug sind, um wirklich loszugehen. Doch so funktioniert Gottes Führung selten. Er ruft Menschen nicht erst, wenn sie perfekt sind. Er ruft sie mitten in ihrem echten Leben.
Gerade deshalb sind diese Worte aus den Psalmen so kraftvoll:
„Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen.“
(Psalm 37:5)
Dieser Vers nimmt eine große Last von unseren Schultern. Er sagt nicht, dass wir alles selbst kontrollieren müssen. Er sagt nicht, dass wir jeden Schritt bereits verstehen müssen. Er lädt uns ein, unsere Wege Gott anzuvertrauen und ihm zu vertrauen, dass er das, was wir nicht überblicken können, in seine Hand nimmt. Vielleicht beginnt dein Mut heute einfach damit, dass du Gott wieder Raum gibst. Dass du aufhörst, deine Angst zum Maßstab zu machen. Dass du anerkennst, dass der Gott, der dich geschaffen hat, auch weiß, wohin dein Weg führen darf.
Wir können nicht alles verändern. Wir können nicht jede Ungerechtigkeit dieser Welt lösen und nicht jedes Problem aus dem Weg räumen. Doch wir können den Teil annehmen, der uns anvertraut wurde.
Wir können entscheiden, welche Stimmen wir glauben. Wir können die Lügen hinter uns lassen, die uns klein halten. Wir können die Angst loslassen, die uns lähmt. Und wir können die inneren Gefängnisse verlassen, die uns so lange festgehalten haben.
Aufbruch beginnt nicht immer mit großen Entscheidungen. Oft beginnt er im Herzen. In dem Moment, in dem ein Mensch beschließt, nicht länger in alten Mustern gefangen zu bleiben. In dem Moment, in dem man erkennt, dass Gott noch nicht fertig ist mit der eigenen Geschichte. Und vielleicht ist genau jetzt so ein Moment.
Ein Moment, in dem Frauen wieder aufstehen. Frauen, die Gott vertrauen. Frauen, die ihr Herz neu ausrichten. Frauen, die nicht länger von Angst bestimmt werden, sondern von Wahrheit.
Denn wenn Gott vor uns hergeht, dann gilt eine Zusage, die durch alle Zeiten trägt:
„Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?“
(Römer 8:31)
Diese Worte bedeuten nicht, dass der Weg immer leicht sein wird. Aber sie bedeuten, dass wir nicht allein gehen. Sie erinnern uns daran, dass über unserem Leben eine größere Wirklichkeit steht als jede Angst, jede Unsicherheit und jede Herausforderung. Darum hab Mut. Zieh deine geistliche Waffenrüstung an. Richte dein Herz neu auf Gott aus. Und geh den Schritt, den er dir zeigt. Der Weg ist bereits vorbereitet.

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Das Herzstück ist das Nituna Project:Heilung und Stärke für Frauen und Mädchen durch Gottes Liebe.
"Du zählst meine Wanderungen. Lege meine Tränen in deinen Krug; sind sie nicht in deinem Buch aufgezeichnet?"
(Psalm 56:8)
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